Narrenverein
Burg Rosenegg e.V.


|
19.11.11 20:00h in der St.Bartholomäus-Unterkirch Rielasingen Narrenidee und Fastnachtsbrauch – zur Kulturgeschichte der fünften Jahreszeit
von Prof. Dr. Universität Freiburg i. Br
Die närrischen Tage mit ihrer Vielfalt an Maskengestalten und
Traditionsfiguren, ihren alten Überlieferungen und neuen
Entwicklungen, ihren europaweiten Vernetzungen und immer
wiederkehrenden Ritualen sind ein Kulturphänomen von
außerordentlicher Faszinationskraft. Ganze Städte verwandeln
sich in Narrennester. Tausende schlüpfen in Kostüm und Maske,
Zehntausende kommen als Besucher, und Hunderttausende verfolgen
die großen Umzüge im Fernsehen.
Wie Fastnacht, Fasching und Karneval
entstanden sind, wo ihre Wurzeln liegen, auf welche Weise sich
die Formen des Feierns im Lauf der Jahrhunderte verändert haben
und warum sich im deutschen Sprachraum ausgerechnet der Typus
des Narren zur Schlüsselfigur des Brauchgeschehens entwickelt
hat – dazu vermag die Forschung heute entschieden mehr zu sagen
als noch vor einigen Jahrzehnten. Um diese neuen Erkenntnisse
der Wissenschaft geht es in dem Vortrag, der mit einer Fülle
interessanter Bildquellen die Ideengeschichte der Fastnacht
ebenso nachzeichnet wie den im 15. und 16. Jahrhundert von
berühmten Künstlern immer wieder dargestellten Gegensatz
zwischen Fastnacht und Fastenzeit. Ungewohnte Einblicke in die
Welt des Spätmittelalters, aber auch in die Vielfalt närrischer
Brauchtraditionen, wie sie heute noch geübt werden, machen
deutlich, dass Fastnacht ihrem Ursprung nach etwas völlig
anderes ist als ein Relikt aus heidnisch-germanischer Vorzeit,
obwohl das von Laien immer noch gern behauptet wird.
Mummenschanz und Narretei gehören vielmehr zu den
eindrucksvollsten Zeugnissen des hauptsächlich vom Christentum
geprägten europäischen Kulturerbes.
19.11.11 20:00h in der St.Bartholomäus-Unterkirch Rielasingen
|